Reisebericht Musikreise Slowenien vom 1. - 4. Mai 2008
Wir AOWI-ler trafen uns mit "Anhang" am 1. Mai 2008 um 6.30 Uhr in Dinhard zum Beladen des Reisecars. Wie es bei uns Brauch ist waren wir überpünktlich und konnten dann um 6.45 Uhr die lange Fahrt nach Slowenien mit dem Carunternehmen Knöpfel Reisen antreten. Doch die Fahrt dauerte nicht lange schon kehrten wir wieder um. Wir wollten wissen wie es sich anfühlt nach Hause zu kommen. Die vergessenen Sachen wurden geholt und dann ging es wirklich los. Die Reise führte uns über St. Gallen, durch den Arlberg, nach Innsbruck, Chiemsee, Salzburg, Mondsee, Liezen, Graz, über Radkersburg nach Murska Sobota.
Nach fast zwölf Stunden Fahrt und über 728 km, mit gemütlichen Rauch- und Essenspausen, haben wir unser Ziel erreicht, die Terme 3000 in Moravske Toplice. Gespannt waren wir natürlich auf unsere Unterkunft. Wir wurden nicht enttäuscht, in kleinen Bungalows mit Reetdächern waren wir untergebracht. Nachdem wir unsere Habseligkeiten ausgepackt hatten ging es endlich zum ersehnten Nachtessen. Im Hauptgebäude gab es zwei grosse Speisesäle mit einem grossen, einladenden Buffet. Jeder konnte nach Lust und Laune wählen zwischen frischen Salaten, warmen Speisen, Gemüse und Beilagen. Und das Beste am Schluss, das Dessertbuffet, wie konnten und durften wir Schlemmen, wie im Schlaraffenland. Bald darauf übermannte uns die Müdigkeit. Zeitig gingen wir schlafen, wir wollten ja am nächsten Tag fit sein für einen ausgedehnten Badeplausch!
Das Frühstück rief, frische Brötchen, Marmelade, Wurst, Käse, Eierspreisen, frische Crèpes, Quark, Jogurt, verschiedene Fruchtsäfte, frisches Obst, ach welche Qual der Wahl. Dann wurden wir unruhig, denn wir wollten unbedingt und so schnell als möglich die Badelandschaft erkunden. Ja bis wir uns zurechtfanden und die vielen Leute! Wo platzieren wir unsere Badelatschen, unser Badetuch, warum sind so wenig Liegestühle vorhanden? Fragen über Fragen, die Antwort fanden wir schnell, sie waren noch nicht auf die Badesaison vorbereitet. Doch alles regelte sich fast von selbst. Nun ging es ab ins Wasser. Sprudelbad, Solbad, Moorbad, Wasserrutschbahnen wo soll man beginnen? Ja einfach mal rein ins Nass und sich treiben lassen. Die jüngere Generation tummelte sich etwa 5 - 6 Stunden im Wasser. Sie hatten aufgeweichte Haut und fast Schwimmhäute zwischen den Fingern.
Diesmal trafen wir uns bereits um 18.00 Uhr zum Abendessen. Wir hatten noch etwas Wichtiges vor. Unser Gastkonzert stand an. Es wurde ein längeres Warten bis wir unsere Stücke zum Besten geben durften. Rahel, unsere Ersatzdirigentin führte uns souverän durch die einzelnen Stücke. Das Publikum hörte aufmerksam und begeistert zu. Nach diesem erfolgreichen Konzert gingen die Meisten in die nahe gelegene Bar um den Tagesabschluss gebührlich zu feiern.
Am nächsten Tag hiess es fit sein für Kulturelles. Mit der hiesigen Reiseleiterin Daniela als Begleitung ging es als erstes in eine Töpferei. Dort wird die alte Tradition der Schwarztöpferei vom Töpfer Bojnec noch traditionell durchgeführt. Zweimal im Jahr wird der alte Lehmofen mit Töpfergegenständen gefüllt und nach altem Brauch gebrannt. Auch sind zwei alte historische Gebäude, mit Reetdach und Lehmböden erhalten geblieben. Bemerkenswert war noch, dass je nach Grösse der Fenster der Wohlstand der Familie abgeleitet werden konnte. So wurden wir gedanklich in die gute alte Zeit entführt. Der begabte Töpfer zeigte uns auf der Töpferscheibe wie ein Becher entsteht, natürlich ist das beim Zuschauen keine Kunst. Margrit Keller wollte es auch wissen, nach anfänglichen Schwierigkeiten kam dann ein super geformter Lehmbecher zum Vorschein. Brennen muss sie ihn noch zu Hause. Auch gab es die Möglichkeit Keramikgegenstände zu kaufen, es wurden auch Stamperl (Gläschen) mit heimischen Slivowitz (jugoslawischer Zwetschgenbrand) gereicht, mann der hatte es in sich! Bald darauf hiess es einsteigen zur Weiterfahrt. In der Ortschaft Beltinci besuchten wir ein privates Apothekermuseum. Bevor wir dies jedoch besichtigen konnten ergoss sich über uns ein endlos langatmiger Monolog über die Entstehung und Gründung dieses Museums. Danach begaben wir uns in die Kirche des heiligen Ladislav und konnten dort unter anderem die Gruft der Familie Zichy bestaunen. Dann ging es weiter, endlich zur "Insel der Liebe". Wir konnten am Ufer der Mur, welche in den Niederen Tauern in Österreich entspringt und nach 444 km in die Drau mündet, eine Schiffmühle besichtigen. Sie besteht vollständig aus Holz und steht auf zwei Booten, in der Mühle selbst gibt es ein Zimmer für den Müller. Mit der Fähre, bestehend aus zwei Flachbooten, die mit einem tragenden Plateau zusammengehalten wird, überquerten wir die Mur. Nach so viel geistiger Nahrung kam endlich das Kulinarische zum Zug. Es gab endlich eine Jause, doch zuvor mussten wir noch etwas tun. Wir spiessten unser Schwarzbrot auf Stecken und hielten es über die Glut. Nach dem Rösten des Brotes konnte man dieses mit einer rohen, geschälten Knoblauchzehe einreiben und anschliessend feines Verhackertes draufstreichen, mmh, welche Wonne! Damit das Ganze nicht so schwer im Magen lag gab es einen einheimischen selbstgebrannten Schnaps. Nach dieser feinen Jause wurden wir etwas zappelig, wir wollten das schöne Wetter ausnutzen und unbedingt nochmals baden gehen. Unser Carchauffeur Thomas brachte uns wieder gut in die Terme 3000. Auf dem schnellsten Weg ging es nochmals ab in das Wasser, oder auf den Liegestuhl um sich von der Sonne etwas bräunen zu lassen, denn die Abreise stand bereits wieder vor der Türe.
Sonntagmorgen 5.30 Uhr aufstehen! Unser Gepäck musste um 6.15 im Car verstaut werden, Frühstück um 6.30, dann leider Heimreise um 7.00 Uhr. Wir nahmen wieder die gleiche Strecke unter die Räder. Diesmal machten wir einen längeren Zwischenhalt bei der Raststätte am Mondsee und nach dem Arlberg. Ohne Probleme kamen wir um 18.00 wieder in Dinhard an.
Es war eine wunderschöne Reise, verbunden mit vielen Eindrücken. Allen die einen Beitrag zur Organisation, Unterhaltung oder einer anderen Aufgabe beigetragen haben möchten wir im Namen aller Spieler und Spielerinnen danken.
P.S. Lasst euch nochmals von unserer Reise durch die Fotos inspirieren.